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Präsentiert werden rund 40 Arbeiten aus den Jahren 1902 bis 1970. Anhand der Ausstellung lässt sich die künstlerische Entwicklung von den frühen Impulsen des deutschen Impressionismus bis hin zur Abstraktion und Reduktion der Formen des deutschen Expressionismus besonders gut verfolgen.


In einem mehr als sechs Jahrzehnte andauernden Schaffensprozess entstand Karl Schmidt-Rottluffs bedeutendes expressionistisches Werk. Als Mitbegründer der Künstlergemeinschaft Brücke (1905-1913) leistete der in Chemnitz geborene Karl Schmidt-Rottluff einen wesentlichen Beitrag zum Aufbruch der Moderne in Deutschland. Seine ersten Aquarelle entstanden in den Jahren 1902 bis 1904, damals besuchte er das Königliche Gymnasium in Chemnitz. Zu jener Zeit entwickelt er einen flüchtigen Pinselduktus sowie die farbig-zarte Beschreibung des Atmosphärischen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es innerhalb der Künstlergruppe Brücke vor allem Schmidt-Rottluff und Kirchner, die dem Aquarell zu neuer Bedeutung verhalfen. Schmidt-Rottluffs um 1909 geschaffene Aquarelle mit ihrer subjektiven Form- und Farbgebung markieren so einen ersten Höhepunkt in seinem Œuvre. Als Vorlage für diese Aquarelle diente vor allem die Dangaster Landschaft, die jedoch auf das Wesentliche reduziert und künstlerisch umgesetzt wurde. Die expressive Bildsprache der Brücke-Zeit wich in den zwanziger Jahren einem gemäßigteren Stil. Obwohl der Künstler seit 1911 in Berlin lebte, spielt die Großstadt in seinem Werk keine Rolle. Die entscheidenden Impulse für sein Schaffen empfing er vielmehr durch die Begegnung mit der Natur bei seinen langen Sommeraufenthalten in den unberührten Landstrichen an Nord- oder Ostsee. Er reiste nach Dangast, während der dreißiger Jahre an den Lebasee in Ostpommern, dargestellt in Gehöft am Lebasee, und ab 1951 schließlich ins schleswig-holsteinische Sierksdorf. Viele seiner Aquarelle wie beispielsweise Der Karpfen (1929) zeigen Motive aus der Beobachtung des Alltags und verdeutlichen ein neues Interesse am Organischen. Die Abstraktion und Reduktion der früheren Jahre weicht nun einer objektiven und naturnahen Darstellung. Durch die kriegsbedingte Materialknappheit und schließlich durch das 1941 verhängte Malverbot gewannen seine Aquarelle noch größere Bedeutung. In den vielen Stillleben und Innenräumen aus dieser Zeit spiegelt sich ein immer mehr auf sich selbst zurückgeworfener Künstler. Dieser Rückzug auf sich selbst einerseits und der Blick in die offene Landschaft andererseits bestimmen schließlich auch das Schaffen seines letzten Lebensjahrzehnt. Die dunklen Konturen, die in den Stillleben und Landschaften die leuchtenden Farbflächen umgrenzen, werden nun durchlässiger.
Die Suche nach der Intensität des Ausdrucks als Reflexion seiner subjektiven Empfindungen und Beobachtungen hat Karl Schmidt-Rottluff zeitlebens bewegt. Seine Werke gehören zu den wertvollsten Schätzen der KUNSTSAMMLUNGEN CHEMNITZ. Gegenwärtig umfasst die seit 1919 angelegte Sammlung dieses Künstlers von Weltgeltung 52 Gemälde, zwei Skulpturen, über 250 grafische Arbeiten und kunsthandwerkliche Gegenstände, sowie 619 Autographen.





ÖFNUNGSZEITEN            
Dienstag – Sonntag, Feiertage 11 – 18 Uhr

EINTRITT (für das gesamte Haus)   
6 Euro/erm. 4 Euro

© Kunstsammlungen Chemnitz 2017