Die Kunstsammlungen Chemnitz haben die seltene
Gelegenheit, den Erwerb eines Gemäldes von Karl
Schmidt-Rottluff bekannt zu geben.
Mit großzügiger Unterstützung der Kulturstiftung
des Freistaates Sachsen und der Ernst von Siemens Kunststiftung ist es
gelungen, ein Frühwerk des expressionistischen Malers zu
erwerben. Anlässlich des 125. Geburtstages des Künstlers ist ein solcher Erwerb wie der des
Gemäldes Gartenstrasse aus dem Jahre 1906 für das Museum von besonderer Bedeutung.
Karl Schmidt-Rottluff wurde am 1. Dezember 1884 in
Chemnitz-Rottluff geboren. In einem mehr als sechs Jahrzehnte andauernden Schaffensprozess
entstand Schmidt-Rottluffs expressionistisches Werk. Seine Arbeiten sind heute das Kernstück der
Kunstsammlungen Chemnitz. Gegenwärtig umfasst die seit 1919 angelegte Sammlung 52 Gemälde, zwei
Skulpturen, über 259 grafische Arbeiten sowie handwerkliche Gegenstände, darunter auch Leihgaben aus
Privatbesitz. Das Spektrum der Gemäldesammlung repräsentiert alle
Schaffensperioden des Künstlers, beginnend mit frühen skizzenhaften Arbeiten
aus seiner Jugend über die exemplarischen Gemälde der BRÜCKE-Zeit
bis hin zum reifen Spätwerk.
1905 gründete Karl Schmidt-Rottluff gemeinsam mit
Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Fritz Bleyl die Künstlergruppe BRÜCKE.
Die Kunstsammlungen Chemnitz, die international zu den bedeutendsten Schmidt-Rottluff-Sammlungen gehören, besitzen bisher
einige der noch erhaltenen, seltenen Frühwerke aus dieser Zeit, jeweils eines aus den Jahren 1904,
1905, 1906 und 1907. Mit diesen Gemälden können entscheidende
Entwicklungsschritte des Künstlers Karl Schmidt-Rottluff belegt werden. Bei der
Geschwindigkeit seines künstlerischen Fortschritts ist ein
Gemälde wie das gerade erworbene Bild Gartenstrasse aus dem Jahre 1906 ein überzeugender Beleg für die
explosionsartige Entwicklung des BRÜCKE-Stils
innerhalb weniger Jahre, ja oft innerhalb weniger Monate. Mit
einer Kühnheit ohnegleichen benutzt Schmidt-Rottluff die Farben und trägt sie mit heftigen Pinselschlägen
auf, strukturiert kompositorische Areale, übergeht akademisch-perspektivische
Erkenntnisse und macht den Farbauftrag physisch erfahrbar. Bereits in diesem Frühwerk ist das später bei Schmidt-Rottluff
stark ausgeprägte Komponieren mit reinen Farbflächen angelegt.
Mit herzlichem Dank an die Stifter

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