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Traditionelle Kunst aus Korea

Traditionelle Kunst aus Korea

09. April 2017 bis zum 18. Juni 2017

 

 

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Die Kunstsammlungen Chemnitz am Theaterplatz präsentieren als Ergänzung zur Ausstellung Culture Cuts. Cody Choi vom 9. April bis zum 18. Juni 2017 traditionelle Kunst aus Korea. Unter den Leihgaben des Museums für Ostasiatische Kunst Köln befinden sich Keramiken, Spiegel, ideografische Blätter, Behälter und eine Skulptur. Die aus der Goryeō-Dynastie (918–1392) und der Joseon-Dynastie (1392–1910) stammenden Exponate geben einen exemplarischen Einblick in typische Gestaltungsweisen asiatischer angewandter Kunst.

Bei den meisten ausgestellten Keramiken handelt es sich um sogenannte Seladone aus der Blütezeit der koreanischen Keramik während der Goryeō-Dynastie (12./13. Jahrhundert). Goryeō-Seladone zeichnen sich durch ihre zurückhaltende Farbigkeit aus: Eine grünliche, bläuliche bis hellgraue Glasur verbindet sich mit vielfältigen Dekoren. Die Motive auf den Schalen, Dosen und Fläschchen sind Pflanzen (Chrysanthemen, Pfingstrosen, Pflaumenblüten, Lotusblätter, Trauben und Weinranken, Kiefern, Bambus, Orchideen) und Tiere (Vögel wie Kraniche, Schmetterlinge, Karpfen, Enten, Bienen), Mäander, Arabesken, Drachen, Wolken und der mythische Vogel Phoenix. Durch ihre klaren konischen oder weichen, runden Formen wirken die Gefäße anmutig und elegant.

Die gezeigten Spiegel der Goryeō-Dynastie, denen man magische Kräfte zuschrieb, wurden meist in Gräbern oder den Reliquiendepots buddhistischer Pagoden überliefert. Bronzespiegel, die mit Bildern buddhistischer Götter verziert sind, werden „Spiegelstatuen“ genannt. Der Buddhismus hatte während der Goryeō-Dynastie eine enorme Bedeutung. Dementsprechend lassen sich häufig Abbildungen der Gottheit Gwaneum-Bosal mit einem Weidenzweig finden. Diese Darstellungen werden im koreanischen Buddhismus mit Reinheit, klarem Wasser und der Heilung von Krankheiten verbunden.

Für die traditionelle koreanische Kunst typisch sind auch die sogenannten Munjado – Ideografien, bei der sinokoreanische Schriftzeichen mit stilisierten Bildern von Büchern, Pavillons, Pflanzen, Vögeln und anderen Tieren verbunden werden. Diese Motive symbolisieren den tugendhaften Charakter des Gebildeten, einen Status, den die gesellschaftliche Elite der Staatsbeamten anstrebte.

Bogenschießen zählte ebenfalls zu den sieben Künsten, die die Elite beherrschen sollte. Wunderschön dekorierte Pfeilköcher für Jagd und Sport waren eine Möglichkeit, den eigenen Rang zu beweisen. Die Köcher tragen meist Gravuren mit Symbolen für ein langes Leben, Unsterblichkeit, Glück und Erfolg.

In der traditionellen asiatischen Kunst erlangten neben Keramiken vor allem Lack- und Holzarbeiten eine enorme künstlerische Bedeutung. Ein herausragendes Beispiel ist die ausgestellte Skulptur eines „knabenhaften Dieners“ (dongja). Die in das 17./18. Jahrhundert der Joseon-Dynastie datierbare Figur, gehört zu der Gruppe kindlicher Begleiter buddhistischer und volksreligiöser Gottheiten. Die „dongja“ werden mit kindlichen Körperproportionen und Frisuren sowie pausbäckigen Gesichtszügen dargestellt. Der Knabe des Museums für Ostasiatische Kunst hält einen Phoenix wie ein Spielzeug mit beiden Händen vor der Brust. Wahrscheinlich gehörte er zu einer Gruppe „knabenhafter Diener“, die alle Tiere, wie Tiger oder Schildkröten, in den Händen halten. Solche Gruppen begleiten in koreanischen Tempeln buddhistische Gottheiten, wobei die Tiere als Symbole für die Himmelsrichtungen verstanden werden: der blaue Drache des Ostens, der weiße Tiger des Westens, der rote Vogel des Südens und die schwarze Schildkröte des Nordens. Die Skulptur besticht durch ihre feine Schnitzarbeit, die sich besonders in dem verträumten Gesichtsausdruck, aber auch in den lebhaft zurückschwingenden Faltensäumen der Hose und des Kittels ausdrückt – und nicht zuletzt in der gut erhaltenen, ein frühes Stadium der Bemalung reflektierenden farbigen Fassung.


VORTRAG

Mittwoch, 10. Mai 2017, 18 Uhr
Kimchi und Konfuzius – Eine kurze Reise zu den Wurzeln Koreas
Dietmar Grundmann
Kustos Südostasien/Ostasien
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig


In Kooperation mit dem MOK

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© Kunstsammlungen Chemnitz 2017