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Ausstellungseröffnung: Samstag, 12. September 2015, 18.15 Uhr


Die Kunstsammlungen Chemnitz widmen vom 13. September bis 8. November 2015 der Collagetechnik im Werk von Rudolf Jahns (1896–1983) eine Ausstellung. Der Künstler gilt als Lyriker unter den Konstruktivisten. Neben Collagen werden Gemälde und Aquarelle gezeigt, die unter dem Einfluss seiner Collagen stehen, sowie Arbeiten auf Papier mit collagierten Elementen.

Während seines sechzigjährigen künstlerischen Schaffens wandte sich Rudolf Jahns immer wieder der Collage zu, um ihre Möglichkeiten der Farb- und Materialwirkung auszuloten. Nach ersten Experimenten Anfang der 1920er-Jahre, fertigte Jahns 1958 eine Reihe von Collagen an, für die er alltägliche Souvenirs nutzte. Er hatte sie fast 30 Jahre zuvor während einer Paris-Reise gesammelt. Jahns‘ raffinierte, kleinformatige Werke setzen sich aus so unterschiedlichen Materialien wie Eintrittsbilletts, Fahrkarten, Verpackungen, Zeitungsschnipseln und sogar Kleidungsfetzen zusammen. Einige dieser Collagen nutzte Jahns als Vorlage für Ölbilder, indem er ihre Komposition, das heißt, die Anordnung und Form der farbigen Flächen, übernahm. Außerdem gestaltete Jahns eine Folge von konstruktivistischen Collagen, deren Variationen mit dem Effekt des Simultankontrasts spielen, und fein austarierte Zeichnungen, die er mit collagierten, geometrischen Formen ergänzte.

Rudolf Jahns, der neben seiner autodidaktischen künstlerischen Tätigkeit einem „Brotberuf“ nachging, stand seit 1927 mit dem Collagekünstler Kurt Schwitters in Kontakt. Schwitters veranstaltete sogar einen seiner regelmäßig stattfindenden sogenannten Merzabende in Jahns‘ Holzmindener Atelier. Nachdem Kurt Schwitters Werke von Jahns gesehen hatte, lud er den Künstlerkollegen zum Gründungstreffen der Gruppe die abstrakten hannover ein, zu der Carl Buchheister, Friedrich Vordemberge-Gildewart, Hans Nitschke und später als auswärtiges Mitglied César Domela gehörten. Im Gegensatz zu seinen rein abstrakt arbeitenden Künstlerkollegen suchte Jahns immer nach einer Verbindung zwischen Abstraktion und Gegenständlichem. Die Natur, die menschliche Figur und die Musik dienten ihm dazu als Inspirationsquelle.

Während des Naziregimes wurde Rudolf Jahns mit einem Malverbot belegt und seine Gemälde wurden aus Museen entfernt. Er flüchtete in eine „innere Emigration“, malte nur wenig und dann vor allem „ungefährliche“ Landschaften. Erst Ende der 1950er-Jahre konnte er an sein Frühwerk anschließen und, wie im Fall der Collagen, neue Höhepunkte erreichen.

Die Ausstellung und der Katalog entstanden im Rahmen eines Volontariatsstipendiums der Rudolf Jahns Stiftung, das die Kunstwissenschaftlerin Elenor D. Reinartz im Carlfriedrich Claus-Archiv der Kunstsammlungen Chemnitz seit 2014 bekleidet. Wir danken den Vorsitzenden der Stiftung Barbara Roselieb-Jahns, Prof. Dr. Ulrich Krempel und Dr. Thomas Weckerle herzlich für ihre Unterstützung.


KURATORENFÜHRUNGEN
mit Elenor D. Reinartz
immer mittwochs 17 Uhr


Abb.:
Rudolf Jahns
Paris 1930 (No. 1), 1958
Collage
16,7 x 10,8 cm
Rudolf Jahns Stiftung, Detmold
Foto: Axel Triestram
© VG Bild-Kunst, Bonn 2015


Mit freundlicher Unterstützung


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