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MUSEUM GUNZENHAUSER
Foto: Werner Huthmacher, Berlin
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Im Jahr 2003 stiftete der Münchner Galerist Dr. Alfred Gunzenhauser seine private Samm-
lung deutscher Kunst des 20. Jahrhunderts. Hierfür wurde das 1930 nach den Entwürfen
des Chemnitzer Stadtbaurats Fred Otto fertig gestellte Sparkassengebäude zu einem
Kunstmuseum umgebaut. Architektur und Sammlungsprofil gehen dabei eine Symbiose
ein und fügen der Stadt einen neuen kulturellen Anziehungspunkt hinzu. Mit dem Umbau
des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes wurde der renommierte Berliner Architekt
Volker Staab beauftragt, der mit einem optimalen Licht und Raumkonzept überzeugte.
Seit der Eröffnung des Museums am 1. Dezember 2007 erwarten den Besucher auf
vier Etagen bedeutende Werke der klassischen Moderne und der zweiten Hälfte des
20. Jahrhunderts.
Die Epoche der aufbrechenden Moderne Anfang des 20. Jahrhunderts war eine große Zeit für
Chemnitz mit international erfolgreichen und kunstinteressierten Unternehmern. Bedeutende
Künstler wie Edvard Munch, Max Klinger und Otto Dix erhielten Aufträge und Angebote für
Ausstellungen. Deutsche Expressionisten wie Karl Schmidt-Rottluff, wurden hier geboren,
Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel wuchsen in der Stadt auf. Die wirtschaftliche Blüte
führte zu einem enormen Anstieg der Bevölkerung. Zahlreiche Neubauten von bedeutenden
Architekten wurden bis Ende der 1920er-Jahre errichtet, um den rasch wachsenden Be-
dürfnissen der südsächsischen Metropole gerecht zu werden. Dazu gehörte auch das
1930 vollendete ehe- malige Sparkassengebäude von Fred Otto (1883 – 1944). Dieses
exemplarische Gebäude des Neuen Bauens beherbergt seit Dezember 2007 die hoch
angesehene Sammlung Gunzenhauser.
Dr. Alfred Gunzenhauser, passionierter Kunstliebhaber und Galerist, stiftete mehr als
2.400 Werke von insgesamt 270 Künstlern der Stadt Chemnitz zum Verbleib. Dazu zählt
mit 290 Werken eines der weltweit größten Otto Dix-Konvolute. Diese einzigartige Sammlung
von Weltformat ist eine unschätzbare kulturelle Bereicherung, die weit über Chemnitz hinaus
ihre Wirkung entfalten wird, da sie zahlreiche bedeutende Werke enthält, die bisher selten
zu sehen waren.
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Foyer, Foto: Werner Huthmacher, Berlin
Die Entscheidung Dr. Gunzenhausers für Chemnitz ist ein Glücksfall für eine Stadt, deren Kunstsammlungen fast 1.000 Werke der klassischen Moderne während der Zeit des National-
sozialismus verloren. Dieser historisch einzigartige Ausgleich zählt schon jetzt zu den Höhe-
punkten der Stadtge schichte. Entscheidend dabei war, dass sich die Ostdeutsche
Sparkassenstiftung im Freistaat Sachsen neben anderen an den Kosten für die Sanierung
des denkmalgeschützten mehrstöckigen Gebäudes am Falkeplatz beteiligte. Die Kunstsamm-
lungen Chemnitz am Theaterplatz mit zahlreichen Werken Karl Schmidt-Rottluffs und das
Museum Gunzenhauser am Falkeplatz bilden unter dem Namen Kunstsammlungen Chemnitz
– Museum Gunzenhauser einen unübersehbaren Schwerpunkt der klassischen Moderne des
20. Jahrhunderts in Sachsen.
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